Fachvortrag: Giftpflanzen

Fachvortrag: Giftpflanzen
Gut besucht: Dr. Georg Benda referiert vor interessierten Gartenfreunden:Innen über die Gefahren und Nutzen von Giftpflanzen.

Der dritte Fachvortrag aus der diesjährigen Vortragsreihe des Fachberaters Dr. Georg Benda, KGV Carolinenglück e.V., handelte vom Thema Giftpflanzen. Dieses Thema wurde von den Teilnehmern mit Spannung und Respekt vor der Sache erwartet und brachte viele neue Aspekte und Wissenswertes zum Vorschein.

 Mit dem Ziel, Verständnis und Gefühl für dieses Thema zu schaffen, begab sich unser Referent mit dem Einstieg in die Welt der Giftpflanzen zuerst in die Rubrik Gemüse.

So wurde die Kartoffel im Jahre 2022 oder auch die Petersilie im Jahre 2023 zu den Giftpflanzen des Jahres gekürt. Die Giftigkeit hängt natürlich vom Giftstoff (z.B. Solanin, Apiol), der Menge, dem Vorkommen in den unterschiedlichen Pflanzenteilen oder auch der Konzentration ab. Festzuhalten war auch, dass zwischen akuter und chronischer Toxizität unterschieden wurde. Die Symptome können sich hierbei nicht unerheblich unterscheiden. Chronische Toxizität zeigen Stoffe, die sich im Körper anreichern und nicht ausreichend ausgeschieden werden. Eine akute Toxizität zeigt sich hingegen sofort nach Aufnahme des schädlichen Wirkstoffs.  

Gifte werden in der Pflanzenwelt vorrangig produziert, um sich vor Fraßfeinden zu schützen. Der Mensch und auch die Tierwelt hat sich im Laufe der Evolution die Giftigkeit diverser Pflanzen zu Nutze gemacht und diese hin zu Arzneien entwickelt. Typisches Beispiel in der Tierwelt ist, dass bei Beschwerden bestimmte Kräuter gefressen werden. Der Mensch hingegen entwickelte Arzneien. Ein interessanter Aspekt ist, dass viele Stoffe in hoher Konzentration Gifte sind, in angemessener Konzentration hingegen lebenswichtig (z.B. Spurenelemente, Vitamine).

In der gärtnerischen Praxis sind es oft nicht die offensichtlichen Giftpflanzen, die zu Vergiftungserscheinungen führen – es sind in der Regel die heimlichen Giftpflanzen !

Als typische Vergiftungsursachen wurden z.B. unreife Tomaten, grüne Kartoffelknollen, rohe Auberginen neben den Klassikern wie der Tollkirsche, bittersüßem Nachtschatten, Goldregen, Engelstrompete, bestimmte Kürbisgewächse, Rhabarber ab Mitte Juni, Kernobst, Steinobst, schlecht kultivierte Gurken, Gartenbohnen oder auch der Kirschlorbeer genannt.

Die Gartenbohne wurde ganz aktuell zur Giftpflanze des Jahres 2026 gekürt. Der Verzehr von z.B. drei rohen Bohnenschoten kann zu schweren Vergiftungen bis hin zum Tod führen.

Als ganz spezielle Giftpflanzen wurden z.B. die phototoxischen Pflanzen genannt, die unter energiereichem Lichteinfluss Gifte entwickeln. Typisches Beispiel ist hier der große Bärenklau, Engelwurz oder Wiesenkerbel.

Beendet wurde der äußerst interessante Vortrag mit den wichtigen Informationen bei Vergiftungen:

Giftnotrufzentrale Bonn: +49 228 19240

Rettungsdienst: 112

Was tun: Wer hat wann wovon wieviel zu sich genommen und wie sind die Symptome ?

Wenn trinken, dann nur Wasser !

Wir danken Dr. Georg Benda für diesen kurzweiligen und informativen Vortrag und freuen uns schon jetzt auf das vierte Thema der 2026er Vortragsreihe.

Berichterstattung: Christian Ernst

zurück